Franken-Sachsen-Magistrale: Vorplanung für letzten Abschnitt läuft an

16. Mai 2017

Bayreuth. Der Bund hat die Deutsche Bahn mit der Vorplanung für die Strecke Nürnberg nach Marktredwitz beauftragt. Voraussichtlich 2019 soll diese abgeschlossen sein – das geht aus einem Antwortschreiben des bayerischen Bahnchefs, Klaus-Dieter Josel an die oberfränkischen SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt, Inge Aures und Dr. Christoph Rabenstein hervor.
„Das ist eine Nachricht, die positiv stimmt. Es scheint endlich mal wieder etwas voranzukommen und wir bekommen mehr Klarheit“, zeigt sich Oberfrankensprecher Adelt vorsichtig optimistisch: Denn wenn die Vorplanung abgeschlossen ist, so Josel weiter, „werden wir auch genauere Erkenntnisse bezüglich der Ausbaukosten verfügen.“ Die bisherigen Berechnungen, die der Nutzen-Kosten-Analyse des Bundesverkehrswegeplans zugrunde gelegt wurden, „müssten im weiteren Planungsverlauf noch präzisiert werden. Inwieweit diese die bisherigen Zahlen dann bestätigen, muss sich allerdings noch zeigen. Josel verweist hierbei vorsichtshalber auf den kostenintensiven, weil „tunnel- und brückenreichen Abschnitt durch das Pegnitztal“. Rabenstein dazu: „Ganz wichtig ist, dass die Vorplanung nun in Auftrag gegeben ist. Diese Maßnahme dürfte in der Tat einige Millionen kosten. In der Regel beginnen erst danach die eigentliche Planung und der Bau.“
Rabenstein hatte bereits vor acht Jahren gefordert, eine Vorfinanzierung der Planung durch den Freistaat Bayern auf den Weg zu bringen, was damals allerdings abgelehnt wurde. Nun ist er froh darüber, dass dieses Projekt endlich in Angriff genommen wird.

Ob Schnabelwaid über Bayreuth mit eingebunden werden soll, bleibt offen. Die Strecke wurde durch den Bund bisher noch nicht bewertet. „Bei einer positiven Bewertung könnte aber dann diese in den vordringlichen Bedarf aufsteigen“, erklärt Josel. Kann, nicht muss. Denn „letztlich ist es die Entscheidung des Bundes, welche Ausbauprojekte mit welcher Priorität umgesetzt und finanziert werden.“ An der Deutschen Bahn – macht Josel jedenfalls deutlich – wird die Elektrifizierung weiterer Strecken in Nordostbayern nicht scheitern.
Für den Bayreuther SPD-Abgeordneten Christoph Rabenstein ist deshalb noch alles offen: „Ich bin mir sicher, dass die Argumente für Bayreuth sprechen werden.“ Adelt sah das ähnlich. „Wir werden dranbleiben und weiter für die Elektrifizierung kämpfen.“ In einem sind sich Adelt und Rabenstein nämlich sicher: Die Zukunft der Franken-Sachsen-Magistrale wird im politischen Berlin entschieden und da seien alle – und zwar über Parteigrenzen hinweg – gefordert!
Die oberfränkischen SPD-Abgeordneten hatten in einem Schreiben an den neuen Bahnchef Richard Lutz für die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale geworben. Dabei kritisierten sich auch die schlechten Bahnverbindungen im Osten Oberfrankens. So heißt es darin u.a.: „Wir beheimaten nicht nur das Deutsche Dampflokmuseum in Neuenmarkt im Landkreis Kulmbach, der Osten Oberfrankens ist gewissermaßen selbst ein Freiluftmuseum – hier sehen Sie zwischen Nürnberg und Hof noch die Diesel-Lok im Einsatz."

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